#15 Ideale

Shownotes

Ideale können uns inspirieren, motivieren und Orientierung geben. Doch was passiert, wenn aus inneren Leitbildern plötzlich Druck, Selbstkritik und das Gefühl entstehen, nie wirklich gut genug zu sein?

In dieser Folge erfährst du, warum unser Gehirn ständig mit Vergleichen arbeitet, weshalb soziale Medien unsere Ideale verstärken und wie du den Unterschied zwischen gesunden Werten und belastenden Erwartungen erkennen kannst.

Wenn du weitere Unterstützung von mir oder Informationen über mich wünschst, schau gerne hier: https://tang-coaching.com/

Schön, dass du da bist!

Transkript anzeigen

00:00:00: Was, wenn genau das was dich antreibt, dich gleichzeitig erschöpft?

00:00:06: Hi und herzlich willkommen bei Change Ahead.

00:00:09: Deinem Podcast für mentale Gesundheit in Reswachstum und Wandel mit kurzen und konkreten Denkimpulsen für die Woche.

00:00:17: Schön dass du da bist!

00:00:19: In der Bearbeitung der Podcastfolge zum Thema Macht kam ich zwangsläufig auch an dem Thema Ideale oder Idealismus vorbei weil oder Kolleginnen festgestellt habe, dass wir ganz unterschiedlich auf zum Beispiel das aktuelle Weltgeschehen reagieren.

00:00:39: Und ich habe mich gefragt wie kann es sein, dass manche total frustriert enttäuscht oder niedergeschlagen sind wenn sie die Nachrichten verfolgen und andere, dass er ganz gelassen teilweise sogar mit Humor betrachten können?

00:00:54: dass das sehr stark mit unseren Idealen zusammenhängt, weil unsere Ideale unser Denken sehr beeinflussen.

00:01:02: Und je stärker wir moralische Vorstellungen, Werte oder auch Erwartungen in uns tragen, desto mehr können uns Ungerechtigkeit, Rücksichtslosigkeit oder gesellschaftliche Entwicklungen auch emotional treffen!

00:01:18: Und das gilt nicht nur für das Weltgeschehen oder für das Verhalten anderer Leute, sondern vielleicht kennst du das auch bei dir.

00:01:25: Du gibst dein Bestes und trotzdem fühlt es sich nicht genug an!

00:01:30: Das liegt nicht zwangsläufig daran dass du zu wenig bist, sondern eher daran, dass du einem Ideal folgst, das nie wirklich erreichbar ist.

00:01:42: Ideal – was ist ein Ideal eigentlich?

00:01:45: Der Begriff ideal stammt vom griechischen Wort Idea, also Vorstellung oder Urbild ab.

00:01:52: Ideale sind also innere Vorstellungen oder Bilder davon wie etwas oder jemand sein sollte.

00:01:59: Also wie ein Mensch sein sollte zum Beispiel ehrlich oder mutig oder authentisch oder wie eine Beziehung sein sollte – zum Beispiel respektvoll, liebevoll oder vertrauensvoll.

00:02:12: oder wie die Welt sein sollte zb gerecht oder friedlich, oder bunt.

00:02:18: Ideale sind kein Ist-Zustand sondern ein Kompass oder eine Richtung an der wir uns orientieren und die uns Sinn gibt.

00:02:26: Das Problem ist dass wir diesen Kompas oft mit der Ziellinie verwechseln Und das ist wichtig.

00:02:32: Sie sind nicht die Realität Sondern innere Konstruktionen davon wie ein perfekter Sollzustand aussehen könnte.

00:02:42: Ideale entstehen meist unbewusst aus unterschiedlichen Quellen, also zum Beispiel aus unserer Kindheit und Erziehung.

00:02:48: So verhält man sich oder aus gesellschaftlichen Erwartungen und kulturellen Bildern.

00:02:54: Also zum Beispiel das ist ein Schönheitsideal so solltest du aussehen wenn du schön sein möchtest?

00:03:00: Oder aus Medien und sozialen Netzwerken die oft eine sehr stark verzerrte Realität als Standard darstellen Und aus unseren eigenen Erfahrungen und Sehnsüchten.

00:03:13: Unsere Ideale entstehen also nicht zufällig, sie sind geprägt.

00:03:17: Und?

00:03:18: Ideale sind wichtig!

00:03:19: Warum?

00:03:20: Idealle sind wichtig weil Sie eine große Kraft haben können.

00:03:24: Ohne Ideale gebe es keine Entwicklung.

00:03:27: Kein Ich möchte wachsen, kein ich möchte etwas verändern.

00:03:32: Ideale können uns motivieren und inspirieren, Orientierung und Sinn geben bei Entscheidungen helfen und uns helfen Werte zu erkennen.

00:03:42: Also zum Beispiel so möchte ich mit Menschen umgehen oder so möchte Ich leben oder So möchte ich lieben Denn ideale sind oft die ersten inneren Bilder von etwas Besserem Und diese Leitbilder können sehr kraftvoll sein.

00:03:59: Aber Ideale haben auch eine Schattenseite.

00:04:02: Das Problem entsteht nicht durch die Ideale selbst, sondern wenn sie unflexibel, starr und unrealistisch sind.

00:04:10: Sie werden dann belastend, wenn sie innerlich sagen – so muss es sein!

00:04:14: Alles andere ist nicht gut genug.

00:04:17: Ich darf davon nicht abweichen.

00:04:19: Dann wird aus Orientierung Druck.

00:04:22: Aus Motivation wird Selbstkritik.

00:04:25: Aus Visionen wird innerer Zwang.

00:04:28: Oft merken wir das erst, wenn wir uns chronisch erschöpft fühlen obwohl wir eigentlich erfolgreich sind.

00:04:34: Wir verfolgen nicht mehr unser Ideal sondern das Ideal bestimmt uns.

00:04:39: Das zeigt sich oft subtil durch das ständige Gefühl Nicht zu genügen Durch Erschöpfung trotz Leistungen durch innere Härte mit sich selbst oder durch Schwierigkeiten Erfolge wirklich zu fühlen.

00:04:52: Wusstest du dass Unser Gehirn stark mit vergleichen arbeitet?

00:04:57: Wenn die Lücke zwischen Realität und Ideal dauerhaft zu groß ist, aktiviert das häufig Stress, Selbstkritik und das Gefühl niemals wirklich anzukommen.

00:05:07: Besonders soziale Medien verstärken diesen Effekt.

00:05:10: Studien zeigen dass der permanente Vergleich mit idealisierten Darstellungen selbst Zweifel, Stress- und Unzufriedenheit deutlich erhöhen kann.

00:05:19: Dass Menschen mit sehr hohen inneren Idealen nach außen oft besonders leistungsfähig wirken.

00:05:26: Innerlich erleben sie aber häufig chronische Anspannung, das Gefühl nie genug zu leisten, Schwierigkeiten stolz auf sich zu sein oder Erschöpfung trotz objektiv guter Leistungen.

00:05:39: Nicht weil die zu wenig tun sondern weil ihr inneres Ideal ständig weiter wandert!

00:05:45: Dass unser Gehirn Klarheit Ordnung und Orientierung liebt.

00:05:50: Deshalb greifen Menschen oft automatisch auf Ideale zurück.

00:05:53: Sie geben Sicherheit.

00:05:55: Das Problem Das Gehirn unterscheidet nicht besonders gut zwischen hilfreicher Orientierung und innerem Zwang.

00:06:02: Deshalb ist bewusste Selbstreflexion so wichtig.

00:06:05: Psychologen sprechen hier auch von kognitiver Flexibilität, also der Fähigkeit Gedanken Erwartungen und innere Regeln immer wieder anzupassen.

00:06:16: Diese Fähigkeiten gilt als einer der wichtigsten Schutzfaktoren für psychische Gesundheit Resilienz und langfristige Zufriedenheit.

00:06:24: Viele Menschen verwechseln Ideale mit Werten.

00:06:27: Doch das ist nicht dasselbe!

00:06:29: Werte sind etwas, was dir wirklich wichtig ist – also zum Beispiel Liebe, Ehrlichkeit, Freiheit, Verbindung, Gesundheit.

00:06:39: Ideale hingegen sind oft konkrete Bilder davon wie diese Werte aussehen sollten.

00:06:45: Also zum Beispiel eine perfekte Beziehung die perfekten Eltern der perfekste Körper Die perfekte Work-Life Balance.

00:06:55: Werte laden uns ein, Ideale setzen uns oft unter Druck und genau deshalb sind Werte meistens flexibler, lebbarer und gesünder denn du kannst deinen Wert Liebe leben auch wenn du müde bist Auch wenn du Fehler machst, auch wenn nicht alles perfekt läuft.

00:07:12: Ein starres Ideal erlaubt das oft nicht.

00:07:16: Es geht gar nicht darum alle Ideale los zu werden sondern bewusst dazu hinterfragen Welche Ideale inspirieren dich wirklich?

00:07:25: Und welche setzen dich permanent unter Druck?

00:07:29: Welche gehören wirklich zu dir und welcher hast du vielleicht unhinterfragt übernommen, vielleicht von Familie, Gesellschaft oder Social Media.

00:07:38: Denn nicht jedes Ideal das in deinem Kopf lebt ist automatisch wahr und nicht jedes ideal verdient es deinen Leben zu bestimmen!

00:07:46: Vielleicht magst Du heute mal ehrlich bei Dir selbst hinschauen Welche Ideale treiben mich aktuell an?

00:07:54: Wo motivieren Sie mich und wo machen sie mir Druck?

00:07:59: Welche Erwartungen an mich selbst sind eigentlich unrealistisch.

00:08:04: Was würde passieren, wenn ich ein Ideal etwas weicher machen würde?

00:08:09: Und vielleicht die wichtigste Frage – Würde ich mit einem anderen Menschen genauso streng umgehen wie mit mir selbst?

00:08:18: Ideale sind nicht grundsätzlich schlecht!

00:08:20: Sie zeigen oft, wonach wir uns sehen und was wir wertschätzen.

00:08:24: Wohin wir wachsen möchten!

00:08:26: Aber sie dürfen Orientierung sein – keine permanente Selbstbewertung.

00:08:31: Keine Richter sondern Wegweiser.

00:08:34: Denn vielleicht besteht persönliche Entwicklung nicht darin immer perfekter zu werden?

00:08:39: Sondern darin, immer bewusster zu erkennen welche inneren Bilder uns wirklich dienen und welche uns davon abhalten ums selbst mit mehr Menschlichkeit zu begegnen.

00:08:50: Vielleicht entsteht genau dort echte Freiheit, nicht wenn alles perfekt ist sondern wenn wir aufhören unseren Wert an unerreichbaren Idealen zu messen.

00:09:02: Denn Menschlichkeit beginnt oft genau dort wo Perfektion endet!

00:09:07: Wenn du merkst dass du dir dabei mehr Unterstützung wünschst findest du auf meiner Webseite www.tang-coaching.com weitere Informationen und Möglichkeiten mit mir in Kontakt zu treten.

00:09:21: Ich freue mich auf den Feedback in den Kommentaren, wenn es dir gefallen hat, abonniere diesen Podcast, gib mir einen Daumen hoch und empfehle ihn gerne weiter!

00:09:31: Bis in zwei Wochen – deine Melanie.

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