#20 Selbstreflektion
Shownotes
Stell dir vor, in deinem Selbst-Haus hängt ein ganz besonderer Spiegel.
Viele schauen gar nicht hinein oder suchen nach jedem noch so kleinen Makel. Beides führt zu einem verzerrten Selbstbild.
In dieser Folge erfährst du, was der Dunning-Kruger Effekt und der fundamentale Attributionsfehler mit Selbstreflektion zu tun haben und warum Selbstreflektion sich von Grübeln unterscheidet.
Vielleicht hilft dir die What-So what-Now what-Methode, mit der du direkt loslegen kannst.
Wenn du weitere Unterstützung von mir oder Informationen über mich wünschst, schau gerne hier: https://tang-coaching.com/
Schön, dass du da bist!
Transkript anzeigen
00:00:00: Hi und herzlich willkommen bei Change Ahead.
00:00:08: Deinem Podcast für mentale Gesundheit, inneres Wachstum und Wandel mit kurzen und konkreten Denkimpulsen für die Woche – schön dass du da bist!
00:00:17: In der letzten Folge sind wir gemeinsam durch das Selbsthaus spaziert.
00:00:21: Vielen Dank für eure Fragen und Anregungen dazu.
00:00:24: Ihr habt nicht zu dieser Folge über den Spiegel in diesem Haus inspiriert.
00:00:30: Stell dir vor In deinem Selbsthaus hängt ein Spiegel.
00:00:33: Es ist ein ganz besonderer Spiegel, so wie in dem Märchen Schneewittchen!
00:00:38: Dieser Spiegl zeigt dir nämlich ehrlich und ungeschönt deine Gedanken und deine Überzeugungen, deine Reaktionen und deine Emotionen.
00:00:47: Du musst aktiv hineingucken und bereit sein auch das zu sehen was dir im ersten Moment vielleicht nicht gefällt.
00:00:54: Das ist nicht immer angenehm und kann anstrengend oder sogar schmerzhaft sein.
00:00:59: Viele Menschen nutzen den Spiegel noch nicht richtig.
00:01:01: Es gibt diejenigen, die klar erkennen können warum andere so handeln wie sie handeln sich aber sehr schwer damit tun bei sich selbst zu erkennen was ihnen fehlt und ein ehrliches Urteil zu fällen.
00:01:15: oder auf der anderen Seite gibt es Menschen die stundenlang vor dem inneren spiegel stehen und jeden vermeintlichen Markel suchen.
00:01:23: diese menschen verurteilen schelten oder werden sich sogar ab.
00:01:28: Beide haben verzerrte Wahrnehmungen von sich selbst.
00:01:32: Warum?
00:01:33: Unser Gehirn ist kein objektiver Beobachter, unser Gehirnt liebt Effizienz und also Gewohnheiten weil diese Energie sparen.
00:01:41: Bewusst vor unserem inneren Spiegel stehen bleiben und ehrlich hineingucken.
00:01:46: uns selbst, also zum Gegenstand unserer eigenen Aufmerksamkeit zu machen braucht Mut Kraft Neugier und Offenheit Und kostet also Energie.
00:01:56: Meiner Meinung nach ist das gut investierte Energie, denn wenn wir den inneren Spiegel nicht nutzen dann können wir zum Beispiel blinde Flecken entwickeln.
00:02:04: Also Verhaltensweisen die alle anderen an uns wahrnehmen nur wir selbst nicht.
00:02:10: Zum Beispiel dass wir in Besprechungen immer das letzte Wort haben müssen oder dass wir unter Stress micromanagen.
00:02:17: Selbstreflektion ist die Fähigkeit das eigene Denken fühlen und handeln, bewusst wahrzunehmen zu hinterfragen und daraus zu lernen.
00:02:26: Sie ist die Auseinandersetzung mit sich selbst, mit dem Ziel klarer zu sehen besser zu handeln und sich weiterzuentwickeln.
00:02:34: Sie gilt als eine der wichtigsten Kompetenzen für persönliche Entwicklung gute Beziehungen und wirksame Führung.
00:02:42: Wusstest du das?
00:02:43: Menschen sich häufig selbst überschätzen!
00:02:46: Die Psychologen David Dunning und Dustin Kruger konnten zeigen, dass gerade Menschen mit geringer Kompetenz in einem Bereich ihre Fähigkeiten häufig maßlos überschätzen weil ihnen das Wissen fehlt, ihre Fehler überhaupt erkennen zu können.
00:03:01: Vielleicht habt ihr auch schon mal beobachtet, dass Menschen mit gefährlichem Halbwissen besonders selbstsicher auftreten und kaum empfänglich für konstruktive Kritik sind?
00:03:10: wahre Experten in den Hingegen neigen oft zu selbst Zweifeln und unterschätzen ihre eigene Leistung, weil sie wissen wie komplex das Thema ist.
00:03:18: Und weil sie fälschlicherweise davon ausgehen dass es für andere genauso einfach wie für sie selbst ist.
00:03:25: Dieses Phänomen ist als Dunning-Kruger Effekt bekannt.
00:03:28: Dass wir bei anderen den Charakter beurteilen bei uns selbst aber die Umstände.
00:03:34: wenn ich jemanden anschreihe Dann liegt das am Stress, am Zeitdruck oder am Schlafmangel.
00:03:40: Wenn mich jemand anschreit, dann ist er cholerisch – oder aggressiv!
00:03:44: Bei uns selbst ist uns die Situation bewusst.
00:03:47: Bei anderen fokussieren wir uns auf die Person und ihre Handlung und blenden Umgebung oder äußere Einflussfaktoren aus.
00:03:54: Psychologinnen nennen das den fundamentalen Attributionsfehler Das Selbstreflexion unseren Reiz-Reaktionsraum und unsere Resilienz vergrößert.
00:04:05: Zwischen einem Reiz und unserer Reaktion liegt ein Raum.
00:04:09: Selbstreflektion vergrößert diesen Raum!
00:04:12: Wer die eigenen, emotionalen Trigger kennt und versteht wird von ihnen nicht mehr so leicht dominiert.
00:04:18: Statt sofort wie gewohnt zu reagieren können wir uns bewusst eine kurze Pause gönnen unsere Gefühle wahrnehmen ohne uns vollständig mit Ihnen zu identifizieren und achtsam eine angemessene Reaktionen wählen.
00:04:32: Das Regelmäßige Selbstreflektion, dass Selbstbewusstsein stärkt.
00:04:37: Die emotionale Intelligenz erhöht Bessere Entscheidungen ermöglicht Stress reduziert Lernprozesse beschleunigt Beziehungen verbessert und die Veränderungsfähigkeit fördert.
00:04:49: Das Selbstreflexion nicht das selbe ist wie grübeln.
00:04:53: Für die Psychologin Susan David und den Wissenschaftler Ethan Cross ist grübeln das Kreisen um Probleme.
00:05:00: Die Frage, warum passiert mir das?
00:05:03: Vergangenheitsorientiert und verstärkt negative Gefühle.
00:05:07: Selbst Reflexion hingegen ist die Suche nach Verständnis.
00:05:11: Was kann ich daraus lernen?
00:05:13: Lösungsorientiert – richtet den Blick nach vorne!
00:05:17: Grübeln kreist also immer wieder, um dieselben Probleme ohne neue Lösungen zu finden während Selbstreflektion das Ziel verfolgt Zusammenhänge zu verstehen und daraus zu lernen.
00:05:27: Deshalb lautet die entscheidende Frage Was kann ich aus dieser Situation mitnehmen?
00:05:33: Mir hilft es manchmal meine Gedanken und Gefühle handschriftlich aufzuschreiben weil ich sie so rauslasse und sichtbar mache.
00:05:39: Durch das Aufschreiben und Durchlesen verlangsamt sich mein Denken.
00:05:43: Und es entsteht eine heilsame Distanz zum Thema, so dass es mir nochmal anders bewusst wird.
00:05:49: Schreiben hilft mir auch Ordnung und Struktur in mein mentales Chaos zu bringen.
00:05:54: Vielleicht ist Johnaling oder Tagebuch schreiben – auch für dich – eine hilfreiche Methode?
00:05:58: Dazu kannst du gerne diese Struktur verwenden!
00:06:01: What So what?
00:06:03: Now what?
00:06:04: Also erst what?
00:06:06: Die Beobachtung und Selbstwahrnehmung?
00:06:09: Was ist genau passiert?
00:06:11: Was denkst und was fühlst du gerade?
00:06:14: Dann so what, die Analyse.
00:06:17: Warum habe ich es so reagiert?
00:06:19: Welche inneren Antreibung, Glaubenssätze oder Werte wurden hier getriggert?
00:06:24: Und dann now what – Bewertung und Konsequenz.
00:06:28: Was war hilfreich, was nicht?
00:06:30: Was lerne ich daraus?
00:06:32: Was mache ich beim nächsten Mal anders?
00:06:34: Meditation, Yoga Breathwork, also Atemübungen.
00:06:39: Achtsamkeits-Übungen oder Spaziergänge können ebenso sinnvoll sein wie der Austausch mit anderen sei es mit Freundinnen, Familie, Therapeutin oder Coach.
00:06:49: Wichtig ist dass du dich psychologisch sicher fühlst nicht nur in Krisenmomenten sondern regelmäßig über dich nachdenkst und dich hinterfragst und das du dir Außenperspektiven also Feedback von anderen einholst um auch deine selbst mit der Fremdwahrnehmung abgleichen zu können.
00:07:06: Wie wäre es, wenn du jetzt direkt mit einer kleinen Übung anfängst?
00:07:11: Stell dich einmal bewusst vor einen Spiegel und stellen dir selbst folgende Fragen.
00:07:16: Woher bin ich heute stolz?
00:07:20: Was hat mich heute getriggert und warum?
00:07:23: Wo habe ich andere bewertet, obwohl ich mich selbst hätte hinterfragen können?
00:07:29: Was würde eine außenstehende Person beobachten?
00:07:33: Was möchte ich morgen anders machen?
00:07:36: Und dann Schau dir einmal tief in die Augen.
00:07:39: Was siehst du?
00:07:41: Was spürst Du?
00:07:42: Was hörst du vielleicht in deinem Kopf?
00:07:45: Achte dabei darauf, dass du dich liebevoll mit Verständnis, Neugier und ganz ehrlich betrachtest!
00:07:53: Selbstreflektion bedeutet nicht ständig kritisch nach Fehlern zu suchen sondern sich selbst immer besser kennen und verstehen zu lernen.
00:08:01: Wer versteht warum er oder sie so denkt fühlt und handelt gewinnt mehr Freiheit, bewusster zu entscheiden sich weiterzuentwickeln und damit letztlich auch sich zu verändern.
00:08:13: Wenn du merkst dass du dir dabei mehr Unterstützung wünschst findest du auf meiner Webseite www.tang-coaching.com weitere Informationen und Möglichkeiten mit mir in Kontakt zu treten.
00:08:27: Ich freue mich auf den Feedback in den Kommentaren und wenn es dir gefallen hat, abonniere diesen Podcast, gib mir einen Daumen hoch und empfehle ihn gerne weiter.
00:08:37: Bis in zwei Wochen – deine Melanie!
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