#23 Bewertungen

Shownotes

Bewertung oder Abwertung? Erkennst du den Unterschied?

In dieser Folge von ChangeAhead erfährst du, warum wir jeden Tag Menschen, Situationen und auch uns selbst bewerten, wann aus einer harmlosen Einschätzung eine verletzende Abwertung wird und welche Auswirkungen das auf unsere Beziehungen und unseren Selbstwert haben kann.

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Schön, dass du da bist!

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00:00:00: Ist das wirklich die Wahrheit oder eher deine Bewertung?

00:00:06: Hi und herzlich willkommen bei Change Ahead, deinem Podcast für mentale Gesundheit in Ihres Wachstum- und Wandel mit kurzen und konkreten Denkimpulsen für die Woche.

00:00:16: Schön dass du da bist!

00:00:17: Eine Freundin von mir hat mir mal vorgeworfen ich würde ständig alles bewerten.

00:00:21: Das hat mich lange beschäftigt weil es Vorwurfs voll klang und so als müsse ich etwas ändern.

00:00:26: Ich habe also versucht, mich selbst zu beobachten und zu zählen wie oft ich etwas oder andere bewerte.

00:00:32: Und ich habe versucht darauf zu achten, wie ich diese Bewertungen formuliere!

00:00:37: Was soll ich sagen?

00:00:38: Ich war überrascht, wie oft sich Situationen, Gegenstände oder andere Menschen bewerten und wie oft auch andere in der Bewertung sind.

00:00:48: Kennst du das?

00:00:49: Du stehst morgens vor dem Spiegel und denkst Poah, heute siehst du echt fertig aus.

00:00:54: Oder du hörst jemanden von seinen Ideen oder Plänen reden und denkst dir total unrealistisch?

00:01:00: Ich glaube Bewertungen sind völlig normal und auch wichtig.

00:01:04: Warum?

00:01:05: Unser Gehirn bewertet ständig um die Welt effizient zu strukturieren Informationen schnell einzuordnen und Entscheidungen zu treffen.

00:01:13: Um dabei Energie zu sparen nutzt es gerne Abkürzungen sogenannte kognitive Heuristiken.

00:01:19: So bewertet es zum Beispiel eine Situation blitzschnell als sicher oder gefährlich, nützlich oder nutzlos, bekannt oder unbekannt.

00:01:29: Prinzipiell ist Bewertung also ein neutraler Schutz- und Orientierungsmechanismus.

00:01:33: Es wäre doch fatal wenn ich eine Straße überqueren und einen herannahen das Auto nicht als Gefahr bewerten würde.

00:01:42: die subjektiven Einschätzungen einer Situation eines Verhaltens oder einer Person anhand von Maßstäben, Erfahrungen, Kultur-, Persönlichkeit- oder Werten beeinflussen maßgeblich wie wir mit uns selbst umgehen, wie wir Beziehungen führen und wie wir die Welt wahrnehmen.

00:02:00: Problematisch wird es dann wenn aus einer funktionalen Einordnung eine starre vorurteilsbehaftete und unreflektierte Abwertung wird.

00:02:09: Abwertung ist eine gezielte oder unbewusste Herabsetzung des Wertes einer Person, einer Leistung eines Gefühls oder eines Gedankens.

00:02:18: Sie dient oft als Schutz- oder Abwehrmechanismus zum Beispiel um das eigene Selbstwertgefühl aufzubessern, Unsicherheiten zu kaschieren oder Kontrollverlust zu kompensieren.

00:02:28: Abwertungen Egal ob du sie nach außen schickst oder gegen dich selbst richtest raubt Energie verengt den Blickwinkel verletzt das Selbstwertgefühl und erschwert konstruktive Zusammenarbeit, da sie Distanz schafft wo Verbindung entstehen könnte.

00:02:44: Wusstest du dass sich Abwertungen auf ganz verschiedenen Ebenen zeigen kann?

00:02:50: In der Transaktionsanalyse von Eric Byrne beschreibt die Abwertungsmatrix – das Discounting – wie Menschen Probleme herunterspielen.

00:03:00: Zunächst wird er reiz oder die Existenz abgewertet Das heißt, das Problem wird gar nicht erst wahrgenommen oder es wird geleugnet.

00:03:08: Also Es gibt kein Problem!

00:03:10: Dann wird die Bedeutung abgewertet.

00:03:13: Das Problem wird gesehen aber als unwichtig abgetan.

00:03:16: also das ist doch nicht so schlimm.

00:03:19: Dann werden die Möglichkeiten zur Veränderungen beziehungsweise zur Lösung abgewärtet.

00:03:25: Die Bedeitung ist klar, aber man glaubt es gebe keine Lösung.

00:03:29: Aller da kann man nichts machen Und dann werden die Fähigkeiten beziehungsweise die eigene Person abgewertet.

00:03:36: Die Lösung existiert, aber man traut sie sich selbst oder anderen nicht zu – ich schaffe das sowieso nicht!

00:03:44: Dass zwischen der äußeren und inneren Abwertung unterschieden wird, Fremdabwertungen heißt Kritik an anderen Personen durch Zynismus, Sarkasmus, Sündenbockzuweisung oder Gaslighting.

00:03:57: Selbstabwertung, also der innere Kritiker bedeutet die Neigung eigene Erfolge dem Zufall zuzuschreiben, eigene Fehler größer zumachen und sich selbst mit negativen Glaubenssätzen zu belasten.

00:04:09: Dass es unterschiedliche Gründe für Abwärtungen gibt?

00:04:13: Es kann eine unbewusste Schutzstrategie sein.

00:04:16: wenn sie eigene Werte oder Bedürfnisse bedroht sehen oder sich minderwertig oder unsicher fühlen neigen manche Menschen dazu die andere Seite abzuwerten um die eigene Haltung nicht hinterfragen zu müssen.

00:04:27: Es kann Macht und Kontrolle sein.

00:04:29: Abwertung wird oft genutzt, um in Dynamiken eine obere überlegenere Position einzunehmen – und es kann auch eine Projektion sein!

00:04:38: Eigene Eigenschaften, Fehler oder Ängste die man an sich selbst ablehnt werden beim Gegenüber wahrgenommen und dort abgewertet.

00:04:46: Dass häufige Abwertungen ihre Spuren hinterlassen?

00:04:50: Wer regelmäßig abgewärtet wird erlebt häufig sinkendes Selbstwertgefühl geringerer Motivation Angst vor Fehlern, weniger Kreativität und mehr Stress.

00:05:01: Übrigens der Beziehungsforscher Dr.

00:05:03: John Gottman hat über Jahrzehnte Paare beobachtet und vier Verhaltensweisen die Beziehungen mit hoher Wahrscheinlichkeit zerstören identifiziert.

00:05:12: Verachtung und Abwertung hatten dabei die höchste Wahrscheinlichkeit – denn Abwerting signalisiert Überlegenheit.

00:05:19: also ich stehe über dir!

00:05:21: Und genau diese Haltung untergräbt das Fundament jeder tragfähigen Verbindung Ob in der Partnerschaft, im Team oder in der Beziehung zu dir selbst.

00:05:30: Welche Möglichkeiten hast du nun zu einem abwertungsfreien und bewussten Umgang im Alltag?

00:05:36: Erstens – Beobachtungen von Bewertung trennen Gemäß Marshall Rosenberg und der gewaltfreien Kommunikation.

00:05:44: beobachten ohne zu bewerten ist die höchste Form der menschlichen Intelligenz.

00:05:50: Also eine Kernkompetenz der Kommunikationsfakten wahrzunehmen ohne sie sofort zu bewerten.

00:05:58: Zum Beispiel Du hast das Meeting verpasst, statt du bist unzuverlässig.

00:06:04: Eine reine Beobachtung lässt Raum während einer Abwertung die Tür schließt.

00:06:09: Beispiel Ich habe meine Ziele diese Woche nicht erreicht.

00:06:13: Ist eine neutrale Beobuchtung und wirkt anders auf dich als eine Abwertungen.

00:06:18: ich bin eben undiszipliniert und faul.

00:06:20: Die Beobachung führt zur Frage Woran lag es?

00:06:24: Was hat gefehlt?

00:06:25: Was kann ich ändern?

00:06:27: Die Abwertung hingegen führt zur Frustration und Rückzug.

00:06:31: Zweitens die Naming-Technik Wenn du einen bewertenden Gedanken wahrnimmst, sag Stopp!

00:06:36: Und benenne ihn neutral.

00:06:38: Da ist gerade der Gedanke dass das schlecht war statt.

00:06:42: Das war katastrophal.

00:06:44: Das schafft sofort Distanz zwischen dir und der Bewertung.

00:06:47: Drittens Umdeutung und Mitgefühl Abwertungen durch Neugier und Selbstmitgefühl ersetzen.

00:06:54: Was hat gefehlt, damit es klappen konnte statt warum habe ich das wieder nicht hinbekommen?

00:07:00: Viertens die war- oder nützlich Frage.

00:07:03: Frage dich bei kritischen Urteilen über dich oder andere ist das ein wahrer Fakt oder meine Bewertung.

00:07:10: Ist dieser Gedanke gerade nütztlich für das was ich erreichen möchte?

00:07:14: Vielleicht stellst du dann fest dass selbst wenn eine Kritik einen wahren Kern hat die formulierte Abwertung nicht nützlig ist.

00:07:21: Fünftens die Bedürfnisfrage.

00:07:23: Wenn du merkst, dass du eine andere Person oder dich selbst abwerten möchtest, frage dich, welches unerfüllte Bedürfnis steckt dahinter und welches Bedürfeness versucht die andere Person vielleicht gerade zu erfüllen.

00:07:35: Achte mal in den nächsten Tagen darauf, ob du dich beim Bewerten oder Abwerten erwischst!

00:07:41: Bewertungen sind menschlich – ein natürlicher Teil unseres Denkens und eine große Hilfe im Alltag.

00:07:47: Abwertungen hingegen sind meist Ausdruck einer subjektiven Einschätzung, die den Wert infrage stellt.

00:07:52: Je besser wir lernen, zwischen Beobachtung, Bewertungen und Abwertungen zu unterscheiden, desto respektvoller kommunizieren wir stärken Beziehungen und fördern sowohl unser eigenes Wohlbefinden als auch das andere.

00:08:06: Du hast jederzeit die Wahl ob du in der automatischen Bewertung bleibst oder einen Schritt zurücktrittst mit Offenheit und Neugier hinsiehst.

00:08:14: Wie wäre es wenn du diese Woche mal ganz aufmerksam und bewusst deine eigenen Urteile beobachtest?

00:08:21: Wo wertest du dich selbst ab?

00:08:24: Wo werttest du andere ab?

00:08:26: und was passiert, wenn du für einen Tag versuchst einfach nur wahrzunehmen – neutral.

00:08:33: Und ohne Bewertung!

00:08:35: Wenn du merkst

00:08:36: dass du dir dabei mehr Unterstützung wünschst findest du auf meiner Webseite www.tang-coaching.com weitere Informationen und Möglichkeiten mit mir in Kontakt zu treten.

00:08:49: Ich freue mich auf den Feedback in den Kommentaren und wenn es dir gefallen hat, abonniere diesen Podcast, gib mir einen Daumen hoch und empfehle ihn gerne weiter.

00:08:59: Bis in zwei Wochen – deine Melanie!

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